20 Jahre Gesundheitsfonds Steiermark

2006 wurde der Gesundheitsfonds Steiermark per Gesetz eingerichtet. Seitdem haben sich seine Aufgaben sukzessive erweitert und er hat sich zu einem zentralen Systemgestalter im Gesundheitswesen entwickelt. Am 17. Juni 2026 wurden von den Gremien des Gesundheitsfonds Steiermark Beschlüsse zum aktuellen Arbeitsprogramm getroffen (u. a. in den Bereichen e-Health und Gesundheitszentren).

Was vor 20 Jahren mit den Kernaufgaben Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitswesens begann, hat sich seither zu einer breit aufgestellten Drehscheibe für Gesundheitsversorgung, Gesundheitsförderung, e-Health, sozialpsychiatrische Versorgung und Sucht entwickelt. Mit einem Budgetvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro und rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt der Gesundheitsfonds zu den zentralen Akteuren des steirischen Gesundheitssystems.

Miteinander statt nebeneinander

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl: „Die Geschichte des Gesundheitsfonds zeigt, wie viel man im Gesundheitswesen durch vertrauensvolle Zusammenarbeit erreichen kann. Das starke steirische Miteinander wäre ein gutes Vorbild für ganz Österreich. Wir arbeiten miteinander für die Steirerinnen und Steirer statt nebeneinander. Beispiele dafür sind etwa die Gesundheitszentren, e-Health-Projekte oder das Etablieren von innovativen Lösungen, um trotz nicht besetzbarer Kassenstellen eine fachärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu gewährleisten. Bei der Gesundheitsreferentenkonferenz am Grundlsee hat sich einmal mehr gezeigt, dass viele dieser Modelle weit über die Steiermark hinaus richtungsweisend sind.“

Gemeinsame Lösungen für die Steirerinnen und Steirer

Klubobmann Marco Triller: „Eine gute Gesundheitsversorgung entsteht dort, wo alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Der Gesundheitsfonds Steiermark hat in den vergangenen 20 Jahren dazu beigetragen, die unterschiedlichen Partner im Gesundheitssystem an einen Tisch zu bringen und gemeinsame Lösungen für die Steirerinnen und Steirer zu entwickeln. Gerade bei den großen Herausforderungen unserer Zeit – von der ärztlichen Versorgung in den Regionen bis zur Sicherstellung einer wohnortnahen Spitalsinfrastruktur – zeigt sich, wie wichtig abgestimmtes Handeln und das Verfolgen eines gemeinsamen Ziels für den Gesundheitsstandort Steiermark sind. Entscheidend ist dabei immer, dass die Menschen von einer bestmöglichen und wohnortnahen Gesundheitsversorgung profitieren.“

Partnerschaft wichtiger denn je

Beatrice Erker, Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK Steiermark: „Der Gesundheitsfonds Steiermark ist seit 20 Jahren ein verlässlicher Partner in der Gesundheitsversorgung. Viele wichtige Projekte konnten durch die enge Zusammenarbeit von Gesundheitsfonds, ÖGK und Land Steiermark erfolgreich umgesetzt werden. Gerade angesichts der Herausforderungen im Gesundheitswesen ist diese Partnerschaft wichtiger denn je. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und zukunftssichere Versorgung für alle Steirerinnen und Steirer.“

20 Jahre Gesundheitsfonds Steiermark (Pressebild)

v.l. Gernot Leipold (Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark), Karlheinz Kornhäusl (Gesundheitslandesrat), Beatrice Erker (ÖGK), Marco Triller (Klubobmann), Michael Koren (Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark)
© Land Steiermark / Resch

20 Jahre Gesundheitsfonds: Aktive Planung, Steuerung und Weiterentwicklung

„Der Gesundheitsfonds ist in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich mit neuen Aufgaben betraut worden. Diese Entwicklung zeigt das Vertrauen, das Land Steiermark, Sozialversicherung und weitere Partner in unsere Leistungsfähigkeit setzen. Unsere Aufgabe ist es, Gesundheitsversorgung nicht nur zu finanzieren, sondern aktiv zu planen, steuern und weiterzuentwickeln“, betont Michael Koren, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark.

 

Kontinuierliche Erweiterung der Aufgaben

Während der Gesundheitsfonds bei seiner Gründung vor allem für Gesundheitsplanung, Finanzierung der Fonds-Krankenanstalten und in geringerem Maße auch Gesundheitsförderung sowie e-Health zuständig war, kamen im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Verantwortungsbereiche hinzu. All diese erfolgten auf Grundlage von Beschlüssen des steirischen Landtags bzw. der Landesregierung. Zu den wesentlichen Meilensteinen zählen unter anderem:

  • Ausgliederung des Gesundheitsfonds aus der Landesverwaltung im Jahr 2012 und die organisatorische Neuausrichtung als eigenständige juristische Person öffentlichen Rechts
  • Übernahme der Psychiatrie-, Sucht- und Demenzkoordination
  • Übernahme der Koordination der Gesundheitszentren
  • die Finanzierung und Weiterentwicklung zahlreicher e-Health-Projekte und des ELGA-Bereichs Steiermark
  • Projektleitung für das ursprünglich geplante Leitspital Liezen sowie zentrale Koordinationsfunktion für neue Versorgungsmodelle, um trotz nicht zu besetzender Kassenstellen die Versorgung sicherzustellen (z. B. „Frauengesundheit Rottenmann“, „Kindergesundheit Deutschlandsberg“)
  • zusätzliche Aufgaben im Bereich Gesundheitsförderung (z. B. Prüfung Förderungsanträge, Alkoholprävention, Bewegungsförderung) und Gesundheitskompetenz

Versorgungslücken schließen und Innovationen vorantreiben

„Die Anforderungen an das Gesundheitssystem haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark verändert. Der Gesundheitsfonds hat auf diese Entwicklungen reagiert und zusätzliche Aufgaben übernommen, um Versorgungslücken zu schließen, Innovationen voranzutreiben und die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesundheitskasse und weiterer Systempartner zu stärken“, so Gernot Leipold, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark.

Klare Aufgabenteilung

Dabei ist auch die Aufgabenteilung klar: Der Gesundheitsfonds plant, steuert und finanziert die Versorgung, die Fonds-Krankenanstalten sind operativ für die intramurale Versorgung zuständig und das Land Steiermark (A8, Sanitätsdirektion, Patientenombudsschaft) ist die zuständige Behörde (rechtliche Ebene). Die extramurale Versorgung ist primär Aufgabenbereich der ÖGK, wobei über die Landes-Zielsteuerung eine enge Kooperation erfolgt.

Konkrete Leistungen des Gesundheitsfonds

Einige Beispiele aus den vielschichtigen Aufgaben:

Aktuelle Projekte – Beschlüsse vom 17. Juni 2026

Die Gremien des Gesundheitsfonds Steiermark, Gesundheitsplattform und Landes-Zielsteuerungskommission, trafen sich am 17. Juni 2026 zu ihren halbjährlich stattfindenden Sitzungen. Dabei wurden u. a. Beschlüsse zu folgenden Themen getroffen, die Einblick in das aktuelle Arbeitsprogramm des Gesundheitsfonds Steiermark geben:

  • Rechnungsabschluss des Gesundheitsfonds Steiermark für das Jahr 2025
  • neue Gesundheitszentrum-Standorte in Gleinstätten, Bad Radkersburg, Murau und Hart bei Graz (auf Basis des RSG-St 2030, (derzeit 26, insgesamt 40 Zentren bis 2030)
  • Vertrag zur Kooperation mit der AUVA zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen akut-traumatologischen Versorgung
  • Gesundheitskompetenz: Ausbau der Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz von älteren Menschen, Aufbereitung von Gesundheitskompetenz-Daten aus der aktuellen europäischen Health Literacy Survey (HLS-24) auf Steiermark-Ebene
  • e-Health: Förderung der Weiterentwicklung für die Projekte ADAPT, TxMobile, CoPilot-Gesundheit und DiLeLi; Weiterführung HerzMobil Steiermark, aktualisierte e-Health-Strategie Steiermark
  • weitere Umsetzung und Förderung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung für 2027 bis 2030 an den regionalen Standorten der Psychosozialen Dienste Steiermark, Gesamtmittel von rund 6,8 Mio. Euro
  • Caritas Marienambulanz (allgemeinmedizinische Versorgung für Menschen, die keine Krankenversicherung haben): Verlängerung der Förderung (bis 2031)