4. Steirische Demenzforum
Am 4. Juni 2026 fand das 4. Steirische Demenzforum im Minoritenzentrum, Graz statt. Das diesjährige Motto war „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ und das Thema Prävention.
Prävention und Gesundheitskompetenz zu stärken sind wesentliche Schritte zur Förderung einer bedürfnisorientierten Versorgung. Dies auch in Hinblick auf den Wunsch, möglichst lange und selbständig zu Hause leben zu können. Dafür bedarf es einer differenzierten und umfassenden gesellschaftlichen Information und Sensibilisierung sowie einer kooperativen und integrierten Versorgung.

v.l.n.r: Peter Rosegger (GF Netzwerk Demenz Steiermark), Leo Payr (DV der sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften), Pauline Wosko (Senior Health Expert Gesundheit Österreich GmbH), Landesrat Karlheinz Kornhäusl (Land Steiermark), Susanna Krainz (Demenzkoordinationsstelle im Gesundheitsfonds Steiermark), Peter Hlade (Vorstand Abt. für Psychiatrie und Psychotherapie, KH Elisabethinen), Stephan Seiler (Leitung Gedächtnisambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie, Graz)
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Wann ist eine Gesellschaft bereit für Prävention?
In seinem Eröffnungsvortrag spannte der Wiener Psychotherapeut Arnold Mettnitzer ausgehend von persönlichen Bezügen zu Demenz einen vielfältigen Bogen zu Verantwortung und Endlichkeit, Empathie und Solidarität sowie zu einer wesentlichen Haltung der Humanität.
Risikofaktoren – Prävention – Früherkennung – Therapie
Stephan Seiler, Leiter der Gedächtnisambulanz an der Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz, referierte anschließend auch über neue Therapiemöglichkeiten, den Umgang mit Prävention und Risikofaktoren sowie die Bedeutung einer bedürfnisorientierten Versorgung.
Landesrat Karlheinz Kornhäusl bedankte sich vor den rund 200 Teilnehmenden für das gemeinsame Engagement in Gegenwart und Zukunft in Hinblick auf das gesellschaftlich immer wichtiger werdende Thema Demenz und betonte damit verbunden die Bedeutung von Enttabuisierung, Entstigmatisierung und Wissenstransfer: „Demenz ist eine der großen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist es, über Prävention, neue Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit der Erkrankung zu informieren. Das Steirische Demenzforum leistet dazu einen wertvollen Beitrag, stärkt den Wissenstransfer und fördert den Austausch zwischen all jenen, die sich für Betroffene und ihre Angehörigen einsetzen.“

Der Kinderchor aus der Volksschule St. Stefan ob Stainz sang über die „Superkräfte“ für einen herzlichen Umgang mit Betroffenen.

Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Intergenerativ über Demenz sprechen“ mit Pauline Wosko (Senior Health Expert Gesundheit Österreich GmbH), Alexis Matzawrakos (FA f. Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin PSD Psychosozialer Dienst Graz), David Windisch (Neurologe im Bezirk DL) und Daniela Camhy (Institut für Philosophie der Universität Graz) standen am Nachmittag drei Workshops zur Auswahl:
- „Prävention und Risikofaktoren (insb. Ernährung und Bewegung als essentielle Präventionsbausteine)“: Umgang mit Ernährung (Lorenz Bodner, Medizinische Universität Wien) / Mens sana in corpore sano (Stefan Sumerauer, Universitätsklinik für Neurologie)
- „Initiativen entlang des Krankheitsverlaufs“: Innovative Wohnformen (Christian Heerdt, Kuratorium Deutsche Altershilfe, Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V., Berlin) / Integrierte Versorgung (Susanne Krestan, Koordinationsstelle Demenz, Landesinstitut für Integrierte Versorgung, Tirol)
- „Maßnahmen rund um die Diagnose“: Was können Hausärztinnen und Hausärzte vor der Diagnose tun? (Maria Wendler, niedergelassene Allgemeinmedizinerin Graz) / Wie sieht der Beitrag der psychologischen Testung aus?
Stefan Strotzka (Gerontopsychiatrisches Zentrum der Psychosozialen Dienste Wien)
Das Steirische Demenzforum ist ein wesentliches Element des Zusammenwirkens der Demenzkoordinationsstelle im Gesundheitsfonds Steiermark und des Netzwerks Demenz Steiermark auf Basis der österreichischen Demenzstrategie – Gut leben mit Demenz.