Dickdarmkrebs verhindern
In Österreich ist Dickdarmkrebs bei Männern die dritthäufigste, nach Prostata- und Lungenkrebs und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, nach Brustkrebs. In der Steiermark starben im Jahr 2022 insgesamt 310 Personen an Dickdarmkrebs. Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patientinnen und Patienten mit Dickdarmkrebs steht in engem Zusammenhang mit dem Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose. Aus diesem Grund ist eine möglichst frühzeitige Erkennung der Erkrankung wesentlich.
Pilotprojekt Dickdarm-Screening
Die Steiermark ist eine von zwei Pilotregionen Österreichs für die Umsetzung eines Darm-Krebs-Screening-Programms. Die Umsetzung des Projekts mit Start im zweiten Quartal und einer Laufzeit bis 2029 ist stufenweise, mit dem voraussichtlichen Beginn in der Region Weiz, geplant.
- Die Zielgruppe umfasst Personen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren (ab dem 65. Lebensjahr individualisiert), die in den letzten 10 Jahren bei keiner Koloskopie waren bzw. keinen quantitativen immunologischen fecal occulten Blutstuhltest (F.I.T. bzw. iFOBT) durchgeführt haben. Ausgenommen aufgrund des individuellen Versorgungsbedarfes sind Personen mit chronischen Darmerkrankungen. Wenn das Einladungsschreiben zu keiner Teilnahme am Screening-Programm führt bzw. der oder die Teilnehmende den F.I.T. in Anspruch genommen hat, erfolgt nach zwei Jahren eine Wiedereinladung – außer es erfolgte zwischenzeitlich ein Opt-out.
- Die Personen können selbst auswählen, ob sie eine Koloskopie bei einem der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte (Kontaktlisten werden übermittelt) oder eigenständig zuhause einen quantitativen immunochemischen Blutstuhltests F.I.T. durchführen.
- Gleichwertigkeit der Untersuchungsmethoden gemäß Empfehlung des Nationalen Screening Komitees (NSK).
Kooperationsprojekt
Die ÖGK übernimmt die Organisation, Vergabe von Drittleistungen und die Finanzierung dieses Projekts. Der Gesundheitsfonds Steiermark leistet einen einmaligen Zuschuss in Höhe von € 500.000,00 zur Beschaffung, Auswertung und Logistik des F.I.T., der innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit abgerufen werden kann. Die Organisation und Vergabe des F.I.T. erfolgt durch die ÖGK.
Weitere € 500.000,00 werden von der SV aus Mitteln des Innovations- und Zielsteuerungs-Fonds (IZF – Kompensation) für die Erhöhung der Tarife für Koloskopien zur Verfügung gestellt. Zudem trägt die SV die Kosten für die im Projekt anfallenden Koloskopien.
Die Medizinische Universität Graz soll die qualitative fachliche Begleitung dieses Projekts übernehmen. Die dafür erforderlichen Mittel belaufen sich auf € 100.000,00 und werden zur Gänze aus Mitteln des Gesundheitsfonds Steiermark finanziert.
