Gesunde Ernährung für ältere Menschen

Mehr Gesundheit durch richtige Ernährung

Essen und Trinken bekommt für viele Menschen im Alter  eine neue Bedeutung beziehungsweise rückt stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das ist gut so: Was man isst und trinkt beeinflusst unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Eine ausgewogene Ernährung steigert die Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus: Ernährt sich eine Person gut, kann sie Krankheiten und Operationen leichter verkraften und ist im Alltag fitter. Auch bei der Vorbeugung von z. B. Demenz spielt eine gesundheitsförderliche Ernährung eine Rolle.

Leider wird das Potential von gesundheitsförderlicher Ernährung nicht ausgenutzt. Dies zeigen die Daten aus dem Gesundheitsbericht zur Ernährung älterer Menschen in der Steiermark.

Auf eine genussvolle, aber auch gesundheitsförderliche Ernährung zu achten, hat  jedenfalls Sinn! Die Initiative GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN bietet hier Unterstützung!

Sie finden hier Informationen zu:

Gesunde Ernährung für Seniorinnen und Senioren (Sujetfoto)

Wie sieht gesundheitsförderliche Ernährung aus?

  • Orientieren Sie sich bei dem was Sie essen und trinken am besten immer an der österreichischen bzw. steirischen Ernährungspyramide (die steirische Ernährungspyramide ist die regionalisierte Form der österreichischen Pyramide). Wer das tut, isst nicht nur gesundheitsförderlich, sondern schont durch den regionalen und saisonalen Genuss auch die Umwelt.
  • Detaillierte Ernährungsempfehlungen erhalten Sie auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums. Auf dieser Seite finden Sie Ernährungsempfehlungen für Senior*innen sowie weiterführende Informationen zur Ernährung bei Krankheiten.
die steirische Ernährungspyramide

Wie kann gesunde Ernährung funktionieren?

  • Trinken Sie zu allen Mahlzeiten zumindest 1 Glas; verdünnte Obstsäfte geben Geschmack und liefern Vitamine; Tees wie Wermut und Schafgarbe regen den Appetit an und tun gut!

  • Ballaststoffe sind besonders im Alter wichtig und unterstützen neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr die Verdauung! Haben Sie bis jetzt wenig Ballaststoffe gegessen? Steigern Sie zu Beginn langsam die Ballaststoff-Zufuhr und bevorzugen Sie  Vollkorn-Brot (aus fein vermahlenem Getreide) sowie Vollkorntoast.

  • Werten Sie Fleischgerichte mit großzügigen Gemüsebeilagen auf (gedünstet oder, falls Sie Ihnen gut bekommt, auch Rohkost) oder setzen Sie auf pikante gemüsereiche Hauptmahlzeiten: Gerichte wie Linsen mit Knödel, Krautfleckerl, Fisolengulasch, Gemüsestrudel, geröstete Eierschwammerl mit Ei, Erdäpfelpuffer mit Apfelkren und Bandnudeln mit Kürbissauce liefern wichtige Nährstoffe und schmecken gut.  Auch bei jeder kalten Jause sollte eine Portion Gemüse mit am Teller sein! Saftige Paradeiser im Sommer und Herbst oder knackige Karotten bzw. sauer Eingelegtes im Winter und Frühling. Ganzjährig können diverse Gemüseaufstriche die Jause toll ergänzen. Denken Sie nur an einen deftigen Linsenaufstrich oder einen würzigen Kren- oder Schnittlauchaufstrich.

  • Verwenden Sie bei vermindertem Geschmacksempfinden Kräuter statt mehr Salz! Bei Schluckproblemen kann ein Kräutersäckchen/-sieb, in dem die Kräuter mitgekocht werden, hilfreich sein.

  • Falls Sie nur wenig Appetit haben, gehen Sie vor dem Essen spazieren, trinken Sie appetitanregende Tees wie Schafgarben-, Wermut- oder Salbeitee. Das Auge isst mit: Richten Sie Ihre Lieblingsspeisen schön an und genießen Sie Ihr Essen in guter Gesellschaft! Falls Sie nur noch kleine Portionen essen, achten Sie besonders auf die Eiweißzufuhr! Haben Sie Ihr Gewicht im Auge! Rutscht die Hose/der Rock oder zeigt die Waage etwas weniger an? Beobachten Sie einen ungewollten Gewichtsverlust jedenfalls; bei Weiterbestehen unbedingt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abklären.

  • Ältere Menschen ab 65 Jahren zählen zu den Risikogruppen, die gegebenenfalls ein Vitamin-D-Präparat einnehmen müssen. Lassen Sie Ihren Bedarf von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abklären.

  • Lebensmittelhygiene ist insbesondere für immungeschwächte SeniorInnen wichtig. Prüfen Sie Ihre Kühlschranktemperatur. Für eine gute Lebensmittelhygiene sollte der Kühlschrank auf 5° C eingestellt sein.

Und so machen Sie Ihre Rezepte gesünder

Achtung: bei Mangelernährung empfehlen wir die Beratung durch Ihre Ärzt*innen bzw. eine Ernährungsberatung. In dieser erhalten Sie angepasste Ernährungsempfehlungen. Denn obwohl zum Beispiel allgemein darauf geachtet werden sollte, dass fettarme Rezepturen gewählt werden, kann bei Personen mit besonderen Bedürfnissen das Gegenteilige von Nöten sein. Speisen müssen dann – damit die Person genug Energie aufnimmt – etwa mit Raps- oder Walnussöl beziehungsweise Nussmus angereichert werden.

  • Besonders ältere Menschen haben Appetit auf klassische Gerichte. Diese können einfach aufgewertet werden, indem mehr Gemüse hineinkommt: Paprikawürfel im Gulasch, Putengeschnetzeltes mit Champignons und Zucchini, Kräuterkäsespätzle, etc.  Und bei der Zubereitung von faschierten Braten/Laibchen kann man z. B. Grünkern oder Haferflocken und Topfen verwenden, damit wird das Gericht fleischärmer bzw. ballaststoffreicher.
  • Auch die klassische Pizza kann aufgewertet werden. Verfeinern Sie Salami- oder Schinkenpizza mit frischem Gemüse oder Kräutern bzw. bieten Sie bevorzugt Gemüsepizza an. Denken Sie auch an die „steirische Variante“ (Pizza mit Polentaboden).
  • Auch klare Suppen können einfach um Gemüse ergänzt werden: In die Grießnockerlsuppe kommen feine Gemüsestreifen (Karotten, Sellerie, Lauch) und Gemüsecremesuppen passen sowieso immer in den Speiseplan!
  • Gekochtes Gemüse kann zum Teil auch den Flüssigkeitsanteil einer Speise ersetzen und dabei noch für eine attraktive Farbe sorgen. Orange Kürbisspätzle mit püriertem Kürbis im Spätzleteig sind eines von vielen Beispielen.
  • Haben Sie bis jetzt nur grünen Salat als Beilage gegessen? Versuchen Sie sich öfter an einem gemischten Salat und geben Sie auch Linsen (wenn die Zeit knapp ist, auch Linsen aus der Dose) dazu!

Sie brauchen mehr Ideen? Bitte lesen Sie mehr zum Thema im Beitrag von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung. Diesen finden Sie bei unserer Schwesternkampagne „Gesund informiert“ unter: https://www.gesund-informiert.at/gesundheitsthemen/gemuese

  • Mischen Sie z. B. beim Kochen und Backen mit Auszugsmehlen mindestens ein Drittel fein vermahlenes Vollkornmehl dazu (z. B. bei Spätzle, Kaiserschmarrn oder Palatschinken). Optisch und geschmacklich fällt das nicht auf, Sie haben aber einen großen Mehrwert durch mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe.
  • Verwenden Sie vermehrt auch 100%ige Vollkornprodukte, beispielsweise Vollkornnudeln für Spaghetti Bolognese. Wenn Sie einen Farbunterschied zu weißen Nudeln vermeiden möchten, dann kaufen Sie die hellsten Nudeln mit der Bezeichnung Vollkorn. Sie werden sehen, optisch gibt es nach dem Kochen fast keinen Unterschied. Nutzen Sie auch öfter die Vorteile von Vollkornbrot/Vollkorntoastbrot. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten. Achten Sie aber jedenfalls auf die Bezeichnung Vollkorn oder fragen Sie ganz gezielt in Ihrer Bäckerei nach. Nicht jedes dunkle Brot ist ein Vollkornbrot.

Sie brauchen mehr Ideen? Bitte lesen Sie mehr zum Thema im Beitrag von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung. Diesen finden Sie bei unserer Schwesternkampagne „Gesund informiert“ unter: https://www.gesund-informiert.at/vollkorn

  • Linsen mit Knödel, Steirischer Linsensalat, Käferbohnen-Chili, Erbsenreis, Hummus,  Erbsensuppe, Bohnen-Sterz, Käferbohnen-Salat … Das sind alles gute Beispiele für Speisen, die Sie mit gutem pflanzlichen Eiweiß versorgen. Greifen Sie hier zu! Grundsätzlich: Ergänzen Sie pflanzliche Eiweißlieferanten mit tierischen Produkten. Hier finden Sie eine Tabelle aus dem EU-Projekt Promiss, die Ihnen zeigt, wie viel Eiweiß wo drinnen steckt.
  • Essen Sie eiweißhaltige Produkte über den Tag verteilt und achten Sie darauf, dass Sie auch Abends etwas mit Eiweiß essen.
  • Bevorzugen Sie gute pflanzliche Öle für Ihre Küche. Rapsöl ist als Standardöl für die warme Küche ideal! Auch für Salate kann Rapsöl herangezogen werden, wie auch Walnussöl, Olivenöl oder Steirisches Kürbiskernöl.
  • Greifen Sie auch regelmäßig bei Walnüssen, Kürbiskernen und Sonnenblumenkernen zu. Diese enthalten tolle Fettsäuren. Wenn Sie Probleme beim Kauen haben, dann verwenden Sie gemahlene Produkte, die Sie z. B. in einen Kuchen oder im Brotteig verarbeiten.
  • Essen Sie nicht so oft Butter (oder Margarine), Schmalz oder Schlagobers. Verfeinern Sie so Ihre Cremesuppen beispielsweise mit Milch statt mit Schlagobers. Spezialtipp: Binden Sie Suppen mit  roten Linsen oder Kartoffeln, die Sie mitkochen.
  • Bevorzugen Sie Germ- bzw. Strudelteig gegenüber dem fettreicheren Plunder- oder Blätterteig.
  • Überdenken Sie Zubereitungsmethoden! Laibchen jeder Art können nur mit etwas Rapsöl bepinselt im Rohr fettsparend zubereitet werden – sie müssen nicht im Fett in der Pfanne schwimmen!

Süßen Sie gezielt:

Bei Dessert- und Kuchenrezepten können Sie locker ein Drittel des angegebenen Zuckers weglassen, ohne an Geschmack einzubüßen. Ist das Ergebnis doch zu wenig süß, können Sie mit Staubzucker oder Honig nachsüßen.

Lebensmittel können über die Sachbezeichnung, die Zutatenliste oder die Nährwertkennzeichnung beurteilt werden.

Wie das funktioniert können Sie in einem einfachen Beitrag von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung erfahren. Diesen finden Sie bei unserer Schwesternkampagne „Gesund informiert“ unter: Lebensmittel-Kennzeichnung | GESUND INFORMIERT, BEWUSST ENTSCHEIDEN (gesund-informiert.at)

Brennpunkt Mangelernährung

Der Körper verändert sich im Alter, und das wirkt sich auch auf die Ernährung aus: Sehr essen und trinken ältere Menschen sehr einseitig oder zu wenig. Daher ist Mangelernährung, und nicht Übergewicht, das zentrale Ernährungsthema im Alter.

Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch untergewichtig, schlank, normalgewichtig oder übergewichtig ist: Alle können von Mangelernährung betroffen sein. Daher ist es nicht nur wichtig, auf die verzehrten Mengen zu achten, sondern vor allem darauf, was man isst.

  • Man isst oder trinkt zu wenig: Ältere Menschen essen oft zu wenig, weil sie bestimmte Krankheiten oder Beeinträchtigungen haben, zum Beispiel Probleme beim Kauen und Schlucken. Die Folge ist ein Mangel an wichtigen Nährstoffen. Auch Gewichtsverlust wegen einer Krankheit kommt häufig vor.
  • Man isst das Falsche oder einseitig: Zu Mangelernährung kommt es zum Beispiel, wenn ein Mensch kaum Gemüse, Obst und Vollkornprodukte isst.

Wenn der Ernährungszustand passt, kann ein Mensch zum Beispiel Krankheiten und Operationen besser überstehen. Sind wir hingegen mangelernährt, steigt das Komplikationsrisiko durch Infektionen oder schlechtere Heilung.

Ernährt sich ein Mensch gut, ist er auch für den Alltag besser gerüstet: Ein guter Ernährungszustand und die damit verbundene gute Muskulatur kann zum Beispiel vor Stürzen bewahren. Vor allem eine ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist dazu wichtig. Sehen Sie deshalb Essen im Alter auch als Medizin an!

Essen und Trinken muss vor allem an den Bedarf und an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden.

Allgemein kann auf die Tipps in dieser Rubrik zu gesundheitsförderlicher Kost verwiesen werden. Doch insbesondere bei Kau- und Schluckstörungen beziehungsweise bei dementiellen Erkrankungen ist einiges mehr zu beachten, wenn man einer Mangelernährung vorbeugen will.

Die fettfreie Körpermasse (also die Muskeln) nimmt in der Regel ab, die Fettmasse zu. Dadurch sinkt der Grundumsatz an Energie. Die Folge: Ältere Menschen nehmen leichter an Gewicht zu. Mit einer übermäßigen Gewichtszunahme steigt aber das Risiko für einen Altersdiabetes.

Zusätzlich verändern sich auch andere Körperfunktionen:

  • Leber und Nieren werden empfindlicher auf außergewöhnliche Belastungen.
  • Die Blutzufuhr zu den Organen verringert sich, der Magen wird weniger dehnbar und die Darmbewegungen träger. Das kann zu Verstopfungen führen.
  • Milchzucker (Laktose) kann Durchfall und Blähungen verursachen, da der Milchzucker mit zunehmendem Alter im Darm nicht mehr ausreichend gespalten werden kann – es kommt zu einer Laktoseintoleranz.
  • Verringertes Seh- und Kauvermögen, nachlassende Feinmotorik und andere körperliche Beeinträchtigungen können das Essen und Trinken erschweren.
  • Geistige Veränderungen wie Vergesslichkeit, Verwirrtheit oder Demenz beeinflussen ebenfalls das Ess- und Trinkverhalten von SeniorInnen.
  • Medikamente können den Appetit dämpfen
  • Generell nimmt das Durstgefühl im Alter ab.
  • Mangelernährung ist definiert durch einen krankheitsassoziierten ungewollten Gewichtsverlust (mehr als 10 % des Körpergewichts in 6 Monaten) und/oder Eiweißmangel mit verringertem Eiweißbestand (v. a. Muskelmasse). Darüber hinaus gibt es weitere Formen der Fehlernährung, wie zum Beispiel spezifische Nährstoffmängel.
  • Festgestellt wird die Mangelernährung/das Risiko einer Mangelernährung anhand verschiedener Screeningmethoden, die vor allem
    • den BMI (Body Mass Index),
    • den Gewichtsverlust,
    • die Nahrungsaufnahme (wird weniger gegessen?),
    • die Mobilität (Beweglichkeit + Kraft) und auch
    • eine vorhandene Erkrankung berücksichtigen.
  • Klingt kompliziert, aber hier ein einfacher Tipp für Sie zu Hause: Achten Sie auf Ihr Körpergewicht! Rutscht die Hose/der Rock oder zeigt die Waage etwas weniger an? Beobachten Sie einen ungewollten Gewichtsverlust jedenfalls. Verlieren Sie weiter an Gewicht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin*Ihrem Arzt darüber.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt/ihrer Ärztin Ihren Behandlungsplan um wieder einen guten Ernährungsstatus zu erreichen.
  • Auch eine Ernährungsberatung kann Ihnen helfen, wieder zu einer guten Ernährung zu kommen.
  • Denken Sie daran: Auch kostengünstige und natürliche Nahrungsmittel können bei einer Mangelernährungssituation helfen. Praktische Beispiele zur natürlichen Eiweißanreicherung, Energieanreicherung etc. erfahren Sie in der Broschüre des Sozialministeriums „Ich lade dich zum Essen ein!“

Individuelle Ernährungsberatung

Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Umsetzung einer ausgewogenen Ernährung zunehmend schwerer fällt? Sind Sie übergewichtig oder wurde bei Ihnen eine Mangelernährung / ein Mangelernährungsrisiko festgestellt? Dann empfehlen wir Ihnen eine persönliche Ernährungsberatung.

Angebote für Ernährungsberatung in der Steiermark

Es gibt viele Möglichkeiten für eine professionelle Ernährungsberatung durch DiätologInnen sowie ErnährungswissenschafterInnen in der Steiermark. Diese sind in der Broschüre Steirischer Ernährungs-Kompass angeführt. Einige der in dieser Broschüre angeführten Angebote sind kostenfrei, diese möchten wir auch an dieser Stelle nochmals anführen:

  • Hier  finden Sie Informationen zu kostenfreien Angeboten innerhalb von Graz.
  • Hier finden Sie Informationen zum kostenfreien Angebot außerhalb von Graz. Dies ist das Angebot von GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN.

Im Rahmen einer Ernährungsberatung kann auch ein Ernährungstagebuch besprochen werden. Hier finden Sie eine Vorlage dazu.

Achtung Gewichtsabnahme. Oder warum ist besonders eine Gewichtsabnahme im Alter heikel?

Wie beschrieben, ist im Alter aufgrund der körperlichen Veränderungen, vor allem Mangelernährung ein Problem. Wichtig: Mangelernährung kann nicht nur bei sehr dünnen, sondern auch bei normalgewichtigen und übergewichtigen Menschen auftreten. Trotzdem möchten viele ältere Menschen abnehmen.

Tipps:

  • Vermeiden Sie unbedingt einen raschen Gewichtsverlust oder sogenannte Crash-Diäten. Hier kommt es zum Verlust von Muskelmasse (und nicht nur von Fettmasse!), die nur schwer oder gar nicht mehr aufgebaut werden kann! Eine wichtige Ressource für gesundes Altern geht damit verloren.
  • Wenn Sie Gewicht abnehmen möchten, tun Sie es langsam! Eine langfristige Ernährungsumstellung auf eine gesunde und ausgewogene Kost mit viel Gemüse sollte das Ziel sein. Um nicht Muskel-, sondern vor allem Fettmasse zu verlieren, braucht es Wissen: Eine persönliche Ernährungsberatung kann Sie auf Ihrem Weg unterstützen und ist allgemein empfehlenswert.
Gemüsereiche Rezepte (Sujetfoto)

Rezepte und Broschüren

Wir sind uns alle einig: Essen und Trinken muss gut schmecken, gut aussehen und Genuss bereiten. Das gilt insbesondere im Alter, denn die Freude am Essen und Trinken ist zentral für das Wohlbefinden. Genuss – und nicht (gefühlter) Verzicht – steht im Mittelpunkt: Zum Beispiel durch gut gewürzte und appetitlich angerichtete gesundheitsförderliche Mahlzeiten.

Um Mahlzeiten gesundheitsförderlicher zu machen, ist es wichtig, bestehende Rezepte anzupassen bzw. neue Rezepte und Speisen auszuprobieren. Ganz wichtig: Vor allem mehr Gemüse sollte auf unseren Tellern landen.

Zu den Rezepten

Sind Sie auf der Suche nach mehr Informationen bzw. gedruckten Broschüren, die auch wirklich empfehlenswert sind? Qualitätsgesicherte Ernährungsbroschüren (z.B. zu Essen bei Demenz oder Kau- und Schluckstörungen), finden Sie gesammelt in unserer Rubrik Broschüren.

Zu den Broschüren

Tipps für (pflegende) Angehörige

Das sind die Ziele bei der Betreuung von Senior*innen:

  • Die Freude am Essen und Trinken zu vermitteln.
  • Mangelernährung zu vermeiden.
  • Senior*innen ausgewogen sowie qualitativ hochwertig zu verpflegen und somit Wohlbefinden und Lebensqualität wiederherzustellen bzw. zu erhalten

Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, diese Ziele umzusetzen:

  • Schauen Sie öfters in den Kühlschrank Ihrer allein lebenden Angehörigen. Ist die Anzahl der Lebensmittel sehr reduziert, kann das ein Anzeichen für eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl sein, die eine Mangelernährung begünstigen kann.

  • Haben Sie darüber hinaus auch ein wachsames Auge auf das Gewicht Ihrer älteren Angehörigen. Ein ungewollter Gewichtsverlust kann Anzeichen für eine Mangelernährung sein. Weiters weist ein BMI unter 22 kg/m² auf eine Mangelernährung hin.

  • Bieten Sie, wenn Sie für ältere Angehörige mit Kauschwierigkeiten kochen, Speisen an, die von Natur aus leicht zu kauen sind. Oder garen Sie die Zutaten etwas länger bzw. kochen Sie das Essen weicher. Bei starken Kau- oder Schluckbeschwerden sollten einzelne oder auch alle Komponenten püriert werden. Eine Broschüre mit genussvollen Rezepten bei Kau- und Schluckstörungen im Alter finden Sie hier.

  • Nehmen Sie Appetitlosigkeit nicht einfach hin. Hinterfragen Sie, warum das Essen keinen Genuss mehr bereitet. Sitzen vielleicht die „Dritten“ nicht mehr gut? Oder ist das Schlucken vielleicht schmerzhaft? Verursachen eventuell viele Medikamente eine Appetitlosigkeit? Arbeiten Sie daran, dass Essen wieder lustvoll wird.

  • Achten Sie insbesondere bei Angehörigen mit Demenz auf die Ernährung, oft wird auf das Essen einfach vergessen! Eine Broschüre zum Thema Ernährung bei Demenz finden Sie hier.

  • Wichtige Informationen für alle, die ältere Menschen betreuen, pflegen und verköstigen, finden Sie in der Broschüre „Ich lade dich zum Essen ein“ .

    Auch im nachfolgendem Video erhalten Sie wertvolle Informationen.

Hier finden Sie ein Video aus dem Projekt Fabelhaft, welches von der FH JOANNEUM gestaltet wurde und das Thema gesunde Ernährung, Schluckstörungen und Genuss erläutert.

Das Projekt FABELHAFT wurde im Großraum Bad Gleichenberg von der FH JOANNEUM, der Pflegepraxis Gesundheit für alle und der Senioren- und Pflegeresidenz Blaue Villa durchgeführt. Im Zuge der Initiative „Gesund Altern in der Steiermark“ wurde das Projekt vom Land Steiermark gefördert und von der Gemeinde Bad Gleichenberg unterstützt. Das Projekt richtete sich an pflegende Angehörige und die betreuten Familienmitglieder sowie Seniorinnen und Senioren aus der Region. Mehr zum Projekt: FABELHAFT » FH JOANNEUM (fh-joanneum.at)

Sie brauchen mehr Informationen oder hätten gerne eine Fortbildung zu dem Thema? Hier kommen Sie zu Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Verpflegung von Senior*innen

Gesunde Ernährung im Pflegeheim

Lebt Ihr*e Angehörige*r im Pflegeheim oder wird er*sie von einem Anbieter von „Essen auf Rädern“ versorgt, dann wäre es ideal, wenn die „steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ umgesetzt werden. Denn die Mindeststandards zeigen, wie ein gutes und attraktives Verpflegungsangebot beschaffen sein sollte.

Sie dienen v.a. als Hilfestellung für das Angebot von gesundheitsförderlichen Speisen, welche sich durch einen moderaten Konsum an Fleisch und Süßspeisen sowie die Zufuhr an reichlich Gemüse und ausreichend Vollkornprodukten auszeichnen.

Die definierten Standards umfassen nicht nur die Speiseplangestaltung, sondern geben z.B. auch Tipps für den Einkauf oder die Gestaltung der Ess-Situation. Sie wurden mit zahlreichen Expert*innen aus den verschiedensten Bereichen erarbeitet und sind stark praxisorientiert.

Eine detailliertere Ausführung zu den steirischen Mindeststandards sowie zu deren Unterstützungsmöglichkeiten und Förderungen für Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen finden Sie in unserer Rubrik  Gemeinschaftsverpflegung.

Zur Gemeinschaftsverpflegung

Sie möchten weitere gute Links für Ihre Gesundheit?

  • Altern mit Zukunft: Altern mit Zukunft baut eine Brücke zwischen Menschen, Regionen und Angeboten, um gemeinsam das Alter(n) positiv zu gestalten. Hier gibt es beispielsweise  kostenfreie  Online-Cafes auch zum Thema Ernährung, aber auch zu den Themen Bewegung und E-Learning.

  • Gesund informiert: Die Kampagne „Gesund informiert“ stärkt die Gesundheitskompetenz der steirischen Bevölkerung. Ziel ist es, der Bevölkerung informierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu erleichtern.

  • Vital im Alter: Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) möchte mit ihrem zielgerichteten Angebot „Vital im Alter“ die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von steirischen Senioren und Seniorinnen fördern und langfristig erhalten. Sturzprävention wird betrieben. Hier geht es auch um das Thema Ernährung.

  • Aktiv & bewegt älter : Durch das Projekt „Aktiv & bewegt älter“ der SPORTUNION Steiermark soll der älteren Generation zum einen gezeigt werden, warum Bewegung gerade im Alter enorm wichtig ist und was man tun kann, um fit und gesund zu bleiben. Hier gibt es beispielsweise kostenfreie Online-Bewegungskurse über ZOOM!