Betreute Wohngemeinschaften und Werkstätten

Dem Körper etwas Gutes zu tun ist immer wichtig!

Auf der folgenden Seite finden Sie anregende und gut umzusetzende Ideen für genussvolles Essen und Trinken für Einrichtungen, die Menschen mit kognitiven Einschränkungen betreuen.

Diese Ideen sollen Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen und auch die Umsetzung der steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung erleichtern.

Verpflegungskonzept/Verpflegungsleitbild

Eine gute Verpflegung, die alle zufriedenstellt, muss viele unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Damit dieser Balanceakt gut funktionieren kann, braucht es schriftliche Rahmenbedingungen und im besten Fall auch einen fest installierten Verpflegungs-Ausschuss.

Achten Sie besonders auf einen regionalen und saisonalen Einkauf für die Mittagsverpflegung? Definieren Sie, was für Sie und Ihre Einrichtung wichtig ist und schreiben Sie es zumindest in einem Verpflegungsleitbild nieder. Dieses Leitbild kann dann zum Verpflegungskonzept weiterentwickelt werden.

  • Ein Verpflegungsleitbild kann – wenn gut kommuniziert – für Eltern und Klient*innen eine gute Orientierung dienen. Veröffentlichen Sie das Leitbild beispielsweise auf Ihrer Website oder geben Sie es den Eltern beim ersten Gespräch mit.

Werte in Hinblick auf Essen und Trinken

  • Was sind Ihre grundsätzlichen Werte? Ist Ihnen ein saisonales und regionales Angebot wichtig, dass auch gesundheitsförderlich und nachhaltig ist? Definieren Sie das gleich zu Beginn. Hier können Sie auch auf das Thema Müllvermeidung eingehen, oder ob Ihre Schule sich z. B. speziell dem Thema Fairtrade widmet.

Getränkeangebot

  • Was wird im eventuellen Automaten angeboten (und was nicht)?
  • Ist Leitungswasser das Getränk Nr. 1 ?

Frühstücksangebot/Zwischenmahlzeiten

  • In Ihren Automaten gibt es nur optimierte Getränke mit keinem oder wenig Zucker. Perfekt! Halten Sie es im Leitbild fest!
  • Auch das empfohlene wiederkehrende Ausfüllen der Jausen- bzw. Automaten-Checklisten zu den steirischen Mindeststandards (1x pro Jahr) kann man im Verpflegungskonzept als Teil des Qualitätsmanagements festhalten.

Mittagsverpflegung (mit einem Beispielspeiseplan, inkl. Abrechnungsbeispiel)

  • Sie bieten täglich 2 Mittag-Essen zur Auswahl an, die aus Vorspeise und Hauptspeise oder Hauptspeise und Nachspeise besteht, welche auch den steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung entsprechen? Super! Halten Sie es hier fest! Denken Sie bitte daran, dass – auch wenn Sie nur 1 Mittag-Essen anbieten,  ein ovo-lakto-vegetarisches Gericht immer angeboten werden muss, wenn die Nachfrage besteht. Grundsätzlich sollte Fleisch und Wurst mit Zurückhaltung angeboten werden.

Bei 5-Tagen kann das z. B. in Bezug auf das Hauptgericht  pro Menülinie heißen:

    • Mindestens 2-3 x/Woche ein vegetarisches Gericht, davon maximal 1x/Woche eine  Süßspeise
    • Maximal 2-3/Woche ein Gericht mit Fleisch oder Fisch, davon mindestens 1x/Woche ein  Gericht mit geringem Fleischanteil
    • Täglich Gemüse zusätzlich zum Salat.
    • Salat mindestens 2-3x/Woche
  • Was kostet bei Ihnen ein Mittagessen und wie kann man es bestellen und abrechnen?
  • Auch das empfohlene wiederkehrende Ausfüllen der Mittagessen-Checklisten zu den steirischen Mindeststandards (1x pro Jahr) kann man im Verpflegungskonzept als Teil des Qualitätsmanagements festhalten

Die Erstellung eines Verpflegungsleitbildes / eines Verpflegungskonzeptes kann in einer kleinen Arbeitsgruppe erfolgen. Im besten Fall wird es aber dann im Verpflegungsausschuss abgestimmt.

Ein Verpflegungsausschuss bzw. ein runder Tisch zum Thema Verpflegung sollte regelmäßig in einer Schule durchgeführt werden.

Folgende Beteiligte können am Verpflegungsausschuss teilnehmen:

  • Vertretung der Trägerorganisation
  • Elternvertretung
  • Betreuer*innen
  • Vertretung der Bewohner*innen/Esser*innen
  • Caterer

Gut zu wissen: Sind Sie in der Planungsphase Ihrer Verpflegung bzw. haben Sie einen Umbau vor sich? Dann holen Sie zusätzlich zu den angeführten Akteur*innen auch noch Architekt*innen, Fachplaner*innen für Küchen sowie Hausmeister*innen dazu. Diskutieren Sie z. B. die Frage der Zulieferung oder der Abzugsgebläse und der Lagerkapazität. Beziehen Sie auch frühzeitig die Lebensmittelüberwachung in Ihre Planung ein. Sie gibt wertvolle Hinweise, wie im Sinne der Lebensmittelsicherheit viele Gefahren von Anfang an verhindert werden können.

Im Handbuch zur Implementierung der steirischen Mindeststandards wird genau beschrieben, wie ein Verpflegungskonzept/-leitbild entstehen kann. Darüber hinaus werden zwei spezifische Beispiele gegeben.

Siehe:

Handbuch-GGG-Gemeinsam-Essen.pdf (gesundheitsfonds-steiermark.at) (Seite 20-25)

Kunterbunte Ideen

Im Folgenden werden „geschmackvolle“ Vorschläge und Ideen aufgelistet. Vielleicht ist auch für Sie eine passende neue Idee dabei! Natürlich ist die Umsetzung immer auf Ihre individuelle Einrichtungssituation anzupassen.

Achten Sie insbesondere darauf, dass Informationen, die Sie zum Thema Essen und Trinken aufbereiten

  • in einfacher Sprache erfolgen
  • bzw. Textangaben durch eindeutige Piktogramme oder informative fotorealistische Darstellungen ergänzt werden. (Wenn möglich sollen Informationen zusätzlich in gesprochener Form bereitgestellt werden).

Eine gute Möglichkeit, um die jeweiligen Lieblingsspeisen der Bewohner*innen vorzustellen – und damit die Kommunikation anzuregen – ist die Präsentation dieser auf einem schwarzen Brett. Arbeiten Sie hier beispielsweise mit Piktogrammen oder Fotos.

Ein Miteinbeziehen in die Lebensmittelauswahl bzw. das Speisenangebot erhöht nicht nur die Freude am Essen, sondern auch das Wertigkeitsgefühl der zu betreuenden Menschen und somit die Lebensqualität. Führen Sie beispielsweise Verkostungen von verschiedenen Bio-Fruchtjoghurt durch oder verkosten Sie Käsesorten, die beim Frühstück angeboten werden sollen.

Bei der Auswahl saisonaler und regionaler (Bio-)Lebensmittel wird den Bewohner*innen gezeigt, woher das Essen auf ihren Tellern kommt.

  • Besuch bei den Lieferanten, inkl. Essensverkostung
  • Besuch am Bauernhof mit speziellen sozialpädagogischen Angebote für Menschen mit Behinderung.

Beispiel Blatterlhof bei Graz. Hier finden am Hof spezielle, sinnstiftende Arbeitstrainings in Form von halbtägig durchgeführten Workshops statt.

Das Errichten und Pflegen eines Hochbeetes, einer Kräuterspirale oder eines Naschgartens fördert die Gemeinschaft.

Beispiele:

Beispiele:

  • Kochen kann ich auch! Bei diesem deutschen Projekt wurden  spezielle Kochkurse für Menschen mit Behinderung angeboten. Ziel war es, Kochkenntnisse zu vermitteln, in die Geheimnisse der Haushaltsführung einzuführen und so Frauen und Männern mit Behinderung Mut machen, den Schritt in eine eigenständige ambulante Wohnform zu wagen. Mehr unter: Kochen kann ich auch! · Das Projekt (kochen-kann-ich-auch.de)

Fortbildungen für Ihre Kompetenz

Auch im Sozialbereich darf es nie an ernährungspezifischen Fortbildungen fehlen! Nur durch laufende Fortbildungen kann Qualitätssicherung gelebt werden. Diese Fortbildungen sind für Köch*innen wichtig, aber auch z. B. für das  betreuende Personal.

Folgende Angebote haben wir für Sie als Idee: