GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet

Diverse Gesundheits- und Ernährungsberichte zeigen, dass das Essverhalten von Jugendlichen (aber auch von Erwachsenen) verbesserungswürdig ist: So essen gerade einmal 40 Prozent der Schüler*innen täglich Obst. Nur ein Drittel aller Jugendlichen isst täglich Gemüse. Ebenso ein Drittel frühstückt nie vor dem Weg in die Schule. Darüber hinaus gelten mindestens 17 Prozent der Jugendlichen als übergewichtig und adipös – Tendenz steigend! Das zeigt der HBSC-Bericht 2018.

Doch nicht nur das Ernährungsverhalten ist verbesserungswürdig, auch das Angebot an manchen Buffets und vor allem auch an Schulautomaten (siehe aktuelle Studie der AK Steiermark) ist optimierbar! Dabei beeinflusst das Verpflegungsangebot in und um Schulen das Risiko für Adipositas signifikant! (siehe Studie)

Wir wollen hier unterstützen!

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Programm „GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet“. Das ist das steirische Beratungsprogramm für ein gesundes, nachhaltigeres und erfolgreiches Schulbuffet!

Aufsteller im Rahmen vom Schulbuffetprogramm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN, das Programm für gesunde Schulbuffets in der Steiermark
Erfolgsgeschichten / sehr gute Schulbuffets zeigen wie es geht
Programmbeschreibung und Anmeldung
Teilnehmende Betriebe
Marketing am Schulbuffet (Nudging)
jugendgerechte und schulbuffettaugliche Rezepte
Werkzeugkasten für Schulbuffet-Betriebe (Getränkelisten, …)
Selbstcheck für Schulen und Schulbuffet-Betriebe
Videos zur Umsetzung eines gesunden Schulbuffets
Das hat das Programm in den letzten Jahren bewirkt – Studien

Gesundes Essen sollte keine Zwangsbeglückung sein

Den Konsument*innen Lust auf gesunde Produkte zu machen ist wirksamer als das Agieren mit dem erhobenen Zeigefinger. Deshalb darf es auch an Schulbuffets noch die klassische Extrawurstsemmel oder – in kleinen Mengen – Mehlspeisen und Süßigkeiten im Angebot geben. Gleichzeitig – bzw. überwiegend – sollen aber Angebote wie trendige Smoothies, Schichtmüslis mit frischem saisonalem Obst, knackige Salate und herzhafte Vollkorn-Weckerl mit geschmackvoller Gemüsefüllung zur Auswahl stehen. Die gesündere Wahl soll die einfachere Wahl sein! Gesundheitsförderliche Angebote sollen daher auch besser präsentiert und beworben werden.

Der Schlüssel zum Erfolg eines nachhaltig installierten gesunden und gut angenommenen Verpflegungsangebotes liegt darüber hinaus darin, eine Balance

  • zwischen wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und
  • Akzeptanz des Angebotes bei Schüler*innen und Lehrer*innen zu schaffen.

Dieses Thema muss auch unter Berücksichtigung der Umgebungsfaktoren (z. B. Gibt es Konkurrenzbetriebe in der Umgebung?) bzw. weiterer Rahmenbedingungen (z. B. Wie wird mit dem Thema Essen und Trinken allgemein in der Schule  umgegangen? Welche räumlichen Adaptierungsmöglichkeiten gibt es? ) bearbeitet werden. Genau hier setzt das Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet an.

Zwang funktioniert nicht. Und schon gar nicht dürfen die Schüler*innen das Gefühl haben, dass man ihnen ihre Lieblings-Jause wegnehmen will. Damit sich das Gemüse-Weckerl als Alternative zur Leberkäsesemmel etabliert, braucht es einen langen Atem – letzten Endes sind aber alle glücklich über das vielfältigere und vor allem geschmackvolle Schulbuffet. Ein solches hat Martina Ehrenhöfler schon an sieben Schul-Standorten etabliert, wofür sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Kürzlich am BG/BRG Gleisdorf im Rahmen der Initiative „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet“.

Mehr dazu hier.

Gesundes Schulbuffet, Fotocredit: Gesundheitsfonds Steiermark, Karl Schrotter

Zur gesunden Jause greifen Jugendliche dann, wenn sie gut schmeckt, einfach verfügbar und kostengünstig ist. Im Rahmen der Initiative „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet“ wird dies aktiv gefördert. Für die gesunden Schulbuffets in Köflach und Voitsberg wurde kürzlich die Lebenshilfe Soziale Dienste ausgezeichnet.

Mehr dazu hier.

Gesundes Schulbuffet, Fotocredit: Gesundheitsfonds Steiermark, Bauer

Aufkleber für ein Schulbuffet im Rahmen vom Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN - Unser Schulbuffet. Das Programm für gesunde Schulbuffets in der Steiermark

Programmbeschreibung und Anmeldung

Um steirische Schulbuffets bei der Umsetzung eines erfolgreichen und gesundheitsförderlichen Angebotes  zu unterstützen, gibt es das Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – UNSER SCHULBUFFET.

Es  wurde von der steirischen Fach- und Koordinationsstelle Ernährung des Gesundheitsfonds Steiermark beauftragt und wird in Kooperation mit der Bildungsdirektion für Steiermark umgesetzt. Die Betreuung der Schulbuffets übernimmt Styria vitalis. Die Umsetzungsphase läuft von 2020 bis 2022. Das Programm basiert auf der „Leitlinie Schulbuffet“ und dem diesbezüglich vorangegangenen Beratungsprogramm (2016-2018) sowie auf den „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“.

Ziel ist ein gesundheitsförderliches Angebot, das schmeckt, gut ankommt und wirtschaftlich tragbar ist! Die gesündere Wahl soll zur einfacheren Wahl werden.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie auch im Dokument „GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet: Programm-Information

Um dies umsetzen zu können, bekommen steirische

  • Schulbuffets sowie
  • fliegende HändlerInnen (Bäckereien, …)

nach einem festgelegten Konzept professionelle und kostenlose Beratung von mobilen Coaches. Darauffolgend wird im Kern das Warenangebot am Schulbuffet, aber auch an den Automaten begutachtet und evaluiert.

Entspricht das Angebot definierten Vorgaben, bekommt das Schulbuffet eine Auszeichnung bzw. ein Stärkenprofil.

Darüber hinaus gibt es

  • kostenfreie Schulungs- und Vernetzungsangebote und
  • weitere Unterstützungsmaßnahmen wie ein kostenfreies Marketingpaket (beinhaltet: Servietten, Aufsteller, Aufkleber, …).

Dann wenden Sie sich an Ihre Ansprechpartnerinnen:

Nähere Informationen zum Programm finden Sie auch im Dokument „GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet: Programm-Information

Leitlinien

Eine kompakte Zusammenfassung der Mindestkriterien für Schulbuffets finden Sie hier.

Die in den „Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ definierten Anforderungen für Schulbuffets basieren auf den Mindestkriterien der „Leitlinie Schulbuffet“. Die Mindeststandards sehen aber noch weitere Anforderungen vor bzw. gehen über die „Leitlinie Schulbuffet“ hinaus (z.B. der regionale & saisonale Einkauf, die Verwendung von Bio- und Fairtrade-Produkten, die gesundheitsförderliche Automatenbefüllung, die Anforderungen an ein gesundheitsförderliches warmes Mittagessen).

Diese Anforderungen für Schulbuffets und Automaten aller Art können Sie im Detail den Checklisten zu den Steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung entnehmen.

Die „Leitlinie Schulbuffet“ wurde vom Bundesministerium für Gesundheit 2011 herausgegeben. Diese sieht die Umsetzung von Mindestkriterien vor, hat aber auch langfristige Ziele definiert.

Marketingpaket

Teilnahme am Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet

Hier finden Sie eine Übersicht der Betriebe, die im Schulbuffet-Programm beraten werden.

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei allen Betrieben bedanken, die an jedem Schultag ihre KundInnen mit besonderem Engagement und einem guten, gesundheitsförderlichen Angebot unterstützen.

Erfolgsgeschichten einzelner Buffets können Sie hier nachlesen.

Von der Praxis für die Praxis:
Infos zum Marketing (Nudging)

Häufig kommt die Rückmeldung, dass gesündere Speisen von Kund*innen nicht gerne gewählt werden.

Nudging kann hier – zusätzlich zu Ihrem geplanten Angebot – Abhilfe schaffen. Unter Nudging versteht man, eine Entscheidung mit Anreizen zu erleichtern.

Machen Sie es für Ihre Gäste attraktiver, die gesündere Jause zu wählen! Die Beratung im Rahmen des Programmes GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet bzw. die Unterlagen und Materialien, die Sie im Rahmen des Programmes erhalten, unterstützen Sie dabei!

  • Bessere Benennung von gesundheitsförderlichen Speisen z.B. Energy-Bowl to go (Couscous-Kichererbsen-Bowl im Glas)
  • Bessere bzw. auffälligere Positionierung von gesunden Snacks und Getränken, z.B.:
    • Obstkorb wird zentral und auffällig positioniert
    • Positionierung von gemüsereichen Snacks auf grünen Tabletts
    • Kennzeichnung von Ausgabestellen für gesunde Snacks mit grünen Klebebanderolen
  • Auffälligeres Geschirr bzw. Servietten für gesunde Snacks: z. B. besondere Servietten für g‘miasige Snacks
  • Aufsteller am Buffet, die auf gesundheitsförderliche Angebote hinweisen z.B. auf das Aktionsangebot der Woche, die Müsli-Bowl, das Powerweckerl
  • Bessere Verfügbarkeit z. B. mehr vegetarische Weckerl, ideale Getränke, unterschiedliche Obstvarianten werden angeboten
  • Bessere Preisgestaltung/Aktionstage, Sammelpass,
    • z. B.: das günstigste ist auch ein gutes und gesundheitsförderliches Produkt, z. B. ein Vollkornweckerl, gefüllt mit Käse und Gemüse
    • das Produkt der Woche ist ein gesundheitsförderlicher Snack
  • Durchführung von Aktionstagen/-wochen
    • z. B. es gibt einen Müsli-Tag der Woche oder z. B. eine Erdbeer- oder Kürbiswoche
  • Kund*innen miteinbeziehen, z. B.:
    • Umfrage zu neuen Produkten starten
    • wenn wirtschaftlich möglich, kleine Kostproben neuer Produktvarianten anbieten und schmackhaft machen

Rezepte, die Kindern und Jugendlichen schmecken!

Hier finden Sie Rezepte zur Umsetzung einer gesundheitsförderlichen Verpflegung am Schulbuffet – alle Rezepte sind ausprobiert und für gut befunden.

Hier ein paar Fotos von Schulbuffet-tauglichen Rezepten:

Alle Fotos (c) Gesundheitsfonds Steiermark, Lena Reiterer

  • Linsen-Kartoffelsalat
  • Szegediner Kornspitz
Sie wollen mehr zur Kampagne erfahren? Hier kommen Sie zu „Sei amol gmiasig“

Nicht von GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN, aber trotzdem sehr gut sind auch folgende Rezepte:

Orientierungshilfen für gesundheitsförderliche und nachhaltige Schulbuffets

Um bei der Flut von Produkten eine schnelle Übersicht zu bekommen, haben wir Ihnen folgende Produktlisten als Orientierungshilfe aufgelistet. Mit Hilfe dieser Listen können Sie schnell wenig gesundheitsförderliche Produkte gegen bessere Produkte austauschen. Darüber hinaus finden Sie hier Informationen über Firmen, die nachhaltiges Verpackungsmaterial anbieten.Listen zur optimalen Getränkeauswahl (besonders hilfreich, wenn man Getränkeflaschen kauft):

Listen zur optimalen Auswahl von Milch und Milchprodukten(besonders hilfreich, wenn man fertige Milchprodukte kauft):

Listen zur optimalen Auswahl von Süßigkeiten:

  • Infothek Green Events: Umfangreiche Übersicht verschiedenster Online-Bestellmöglichkeiten von Verpackungen aus nachhaltigen Rohstoffen
  • Bio-Einweggeschirr: Bio Pappbecher, Plastikbecher, Trinkbecher, Trinkhalme, Einweggeschirr & Besteck, To go Verpackungen. Alle Produkte sind 100 % kompostierbar
  • Genussbox : Die Box ist lebensmittelecht und besteht zu 100 Prozent aus Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC). Gedacht ist sie zum Mitnehmen von übrig gebliebenen Speisen.

Folgende Information ist für Schulleitungen gedacht, sie kann aber auch von (zukünftigen) Buffetbetrieben als Orientierung herangezogen werden.

Leitfaden zur Neuvergabe eines Schulbuffets mit Fokus auf den Qualitäts-Kriterienkatalog

Selbstcheck:

Haben Sie ein gesundheitsförderliches und nachhaltiges Schulbuffet?

Im Rahmen des Beratungsprogrammes erhalten steirische Schulbuffet eine umfangreiche Unterstützung und auch Checks.

Wenn man sich als Schule/Schulbuffetbetreiber aber auch selbst im Rahmen des Qualitätsmanagements prüfen möchte, gibt es auch dazu Unterlagen bzw. Werkzeuge.

Voraussetzung für den Selbstcheck ist allerdings eine sehr gute Produktkenntnis bzw. die SIPCAN-Getränkeliste, die SIPCAN-Milchlisten und die SIPCAN- Süßigkeitenliste.

Informationsvideos zum gesunden Angebot

Schauen Sie sich die Videos an und optimieren Sie Ihr Schulbuffet. Kleine Schritte – große Wirkung!

In der Folge finden Schulbuffetbetreiber*innen, aber auch sonstige interessierte Personen aus dem Bereich Schulverpflegung gute Spots aus vorangegangenen Projekten im Schulbuffetbereich, wie z. B. Spots aus dem Jahr 2012, welche im Rahmen des Projektes Schulbuffet ok (wurde nur in der Steiermark umgesetzt), produziert wurden. Die Erfahrungen dieser Projekte ist selbstverständlich in das bestehende Programm GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN-Unser Schulbuffet eingeflossen. Aus diesem Grund möchten wir auch diese guten Spots nicht in Vergessenheit geraten lassen! Wir wünschen viel Vergnügen beim Schauen.

Die Verführung (zum ungesunden/gesunden Essen): Rote Rüben-Herz Weckerl

Brainfood: Nussaufstrich

Light-Produkte: Bananenmilch

Pausengetränke: kalter Früchtetee & Obstwasser

Zuckerfalle: Fruchtiger Zitronen-Mohn-Muffin

Herzweckerl: Zusammenarbeit mit Bäckerei

Salz: Pikante Knuspernüsse

Fett: Schubu-Burger

Gesund ist teurer? Karotten-Apfel-Aufstrich

Was wächst wann? Regionale Produkte vom Markt

Sinnhaftigkeit der Ernährungspyramide für Jugendliche schmackhaft erklärt

Pimp dein Schulbuffet: Erfolg durch ein optimiertes Angebot

Geh auf Augenhöhe: Präsentation gesundheitsförderlicher Speisen

Das Auge isst mit: Präsentation gesundheitsförderlicher Speisen

Wie erfolgreich ist das Programm?

Hier finden Sie Evaluierungsberichte zum Gesamtprogramm.

  • Evaluierung des steirischen Programmes 2017:

Die Umsetzbarkeit sowie Wirksamkeit des steirischen Programmes wurde 2017 in einer – von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung beauftragten – Studie untersucht. Das wichtigste Ergebnis: Das Programm wird von Buffetbetreiber*innen und Stakeholdern gut angenommen und zeigt Wirkung. So konnte die prozentuelle Erfüllung der Leitlinie Schulbuffet über die Jahre 2012-2016 stetig gesteigert werden. Hier finden Sie eine Kurzfassung der Evaluierungsergebnisse.

  • Evaluierung der Umsetzbarkeit der „Leitlinie Schulbuffet“ durch das Bundesministerium aus dem Jahr 2013:

Kernergebnisse: Nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durch die Optimierung des Warenangebots wurden von den Buffet-Betreiber*innen kaum wahrgenommen. Die Beobachtungen vor Ort haben gezeigt, dass großteiles Verschiebungen innerhalb des Sortiments stattgefunden haben: Wurde bei den Süßigkeiten weniger eingenommen, nahm beispielsweise der Umsatz bei Obst, Studentenfutter, selbstgemachten Mehlspeisen, Müsli, frisch gepressten Säften, Smoothies etc. zu. Buffet-Betreiber*innen und sonstige Entscheidungsträger*innen glauben, dass ein Schulbuffet, das den Empfehlungen der „Leitlinie Schulbuffet“ entspricht, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen langfristig umsetzbar sei. Hier finden Sie den Evaluierungsbericht.

SIE WOLLEN MEHR ZU GEMEINSAM G´SUND GENIESSEN ERFAHREN?