„Der Obstkorb alleine reicht nicht“

Von „walk and talk“-Meetings über die 4-Tage-Woche bis hin zu gemeinsamen Fahrradausflügen: Bei bikecitizens geht Gesundheitsförderung weit über das „Standard-Programm“ mit Obstkorb und Co. hinaus. Wie dies zu mehr gesunden Lebensjahren beiträgt und warum die kurze Arbeitswoche gar nicht der wichtigste Benefit ist, erläuterte Christoph Linke von bikecitizens bei der Gesundheitskonferenz.

„Wir sehen uns als Opinion Leader, die mit gutem Beispiel vorangehen wollen“, sagt Christoph Linke von bikecitizens. Das seit 2011 bestehende Grazer Unternehmen will mit seinen Apps und Tools mehr Menschen zum Fahrradfahren motivieren. „Mit gezielten Kampagnen motivieren wir unsere Kundinnen und Kunden, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Teamaspekt ist dabei ganz wichtig.“

Laut Linke geht es nicht nur darum, „mit dem Fahrrad von A nach B zu fahren“, sondern auch das positive Gefühl zu vermitteln, „ihr macht das im Team und es wirkt sich positiv auf eure Gesundheit aus“.

Christoph Linke

„Der Obstkorb alleine reicht nicht. Ich muss für die Team-Gesundheit schon deutlich mehr machen und das auch authentisch leben“, sagt Christoph Linke von bikecitizens.
© Martin Engelbogen

Besprechungen als Spaziergang

Das Gesundheitsziel im Unternehmen bikecitizens sind zwei Bewegungseinheiten in der Woche. Und dafür gibt es viele Möglichkeiten, wie Linke erzählt. „Wir machen Besprechungen als ‚walk and talk‘, das heißt wir spazieren während eines Meetings im Büro und im Freien herum. Wir organisieren After-Work-Fahrradausflüge und wir sensibilisieren ganz stark für die positiven Aspekte von Bewegung. Es geht darum, dass Bewegung auch in den Alltag integriert wird.“

Gesundheitsförderung authentisch leben

Um die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen brauche es allerdings mehr als den Fokus auf Bewegung. „Körper und Geist gehören zusammen. Wenn ich mich bei der Arbeit unwohl fühle, werde ich mich weniger bewegen“, steht für Linke außer Frage. Und auch, dass es das entsprechende Mindset für Betriebliche Gesundheitsförderung brauche. „Der Obstkorb alleine reicht nicht. Ich muss schon deutlich mehr machen und das auch authentisch leben.“

Effektiver arbeiten und weniger Leerläufe

Schon im Jahr 2014 hat bikecitizens die 4-Tage-Woche eingeführt (mit 36,5 Stunden). „Das macht einfach was mit dir, wenn du weißt, du hast eigentlich 52 lange Wochenenden. Und es befeuert die Effektivität im Arbeitsprozess von Montag bis Donnerstag. Natürlich gibt es auch bei uns Ausnahmen, wenn ein dringender Kundentermin am Freitag zu absolvieren ist oder eine Veranstaltung. Aber theoretisch hat man 52 lange Wochenenden und das ist schon ein gutes Gefühl. Wir haben auch weniger Leerläufe und kurze Entscheidungswege.“

Gemeinschaftsgefühl entscheidet

Interne Umfragen zeigen, dass die 4-Tage-Wochw zwar nicht der wichtigste Benefit für die Mitarbeiter*innen ist, aber sie spielt dennoch eine wichtige Rolle. „Wir haben eine geringe Fluktuation und auch wenige Krankenstandstage, anscheinend fühlen sich die Menschen bei uns wohl. Und das obwohl wir als kleines Unternehmen keine großen Bonifikationen bieten können. Aber es geht auch eher um das Gemeinschaftsgefühl“, ist Linke überzeugt.

Für mehr gesunde Lebensjahre

Betriebliche Gesundheitsförderung ist für Linke auch keine Frage der Kosten. „Ich muss ja keine Gutscheine vom Sportartikelhändler verschenken, davon halte ich ohnehin wenig. Viel wirksamer sind gemeinsame Aktivitäten und wenn ich einen gemeinsamen Radausflug mache, kostet mir der auch so gut wie nichts.“ Linke will mit den Maßnahmen auch bewusst jene erreichen, die bei der Alltagsbewegung noch Luft nach oben haben. Darin sieht er auch eine zentrale Maßnahme, um die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen. „Nur wenn ich den Leuten zeige, dass es viel angenehmer ist, mit dem Rad in die Arbeit zu fahren als sich mit dem Auto in die Stadt zu stauen, werden sie es regelmäßig machen. Das Fahrrad ist eine super Möglichkeit, um den Kopf freizubekommen, auch nach der Arbeit.“

Über Christoph Linke:

Christoph Linke ist Sportwissenschafter und Head of Sales bei bikecitizens. Das Grazer Unternehmen beschäftigt 32 Mitarbeiter*innen in Österreich und Deutschland und bietet seit 2011 unterschiedliche Apps und Tools an, mit denen mehr Menschen zum Fahrradfahren motiviert werden sollen.
www.bikecitizens.net

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